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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hinterhand Muskelschwund links!


JJ1996
01-08-2006, 09:43
Seit einem Jahr hat mein Boxer vorne links Bänderprobleme und humpelt deshalb hin und wieder.
Nun hat er im Mai beim Spielen (er liegend unten) mit einem andern Hund einmal aufgeschrieen, nach dem anderen Hund geschnappt und ist seitdem eigentlich nicht mehr der alte.
Die Erstbehandlung war mit Schmerzmittel, dann 5 Tage Rimadyl seitdem Traumeel und ein Muschelmeel als Futterzusatz. Es geht JayJay zwar überwiegend relativ gut (2 weitere Schmerzschübe seitdem), doch sein Gang ist nicht mehr der gleiche. Die Vorderen und hinteren Beinpaare bewegen sich losgelöst voneinander, vorbei der federnde Trab, meist sieht man jetzt einen im besten Fall zügigen, im schlechtesten Fall schleichenden und vor allem torkeligen Schritt. Die Schritte vorne sind schneller und kürzer als die Schritte hinten, so dass der gesamte Bewegungsablauf im ungleichgewicht ist.
Lediglich, wenn mal ein anderer Rüde des Weges kommt, fällt JayJay mal kurz in Trab, allerdings hat man nach wenigen Schritten das Gefühl, er habe 2 Promille im Blut...

So richtig konnte der Tierarzt nicht diagnostizieren, was es ist.
Auf dem Röntgenbild ist eine Spondylose an einem Wirbel zu erkennen (der Wirbel an der 4. Rippe von hinten), allerdings hatte er dort keine Schmerzen.
Arthrose in den Füßen gibt es auch etwas.

Heute hab ich nun bei einem Blick von oben festgestellt, dass JayJays früher starkbemuskelten Oberschenkel aus der Perspektive völlig unterschiedlich aussehen. Der eine ist nach wie vor stark bemuskelt, der andere überhaupt nicht mehr.

Ich bin total erschrocken gewesen. Hat einer eine Idee, wie der Zusammenhang sein kann und was ich tun kann? Nochmal zum Tierarzt? Aber wenn der nicht mal eine Diagnose findet, wenn der Hund im akuten Schmerzzustand ist?
Problem ist, dass JayJay niemals tiefer ins Wasser geht, als Oberkante Ellenbogen, so dass Schwimmen nicht in Frage kommt.

granja
01-08-2006, 12:54
Hallo!

Im Moment solltest Du Schwimmen eh vergessen...

Zunächst mal solltest Du dringend evtl. zu einem anderen TA, der deinen Hund auf den Kopf stellt. Nötigenfalls sogar mit MRT o.ä.
Denn der Grund für die atrophierte Muskulatur muß ja irgendwo liegen. Ich schätze, dafür wird nicht ausschließlich die Spondy verantwortlich sein. Das Problem KÖNNTE im Rücken, aber auch z.B. im Knie liegen (Kreuzbandriss?).

Erst danach kann man an Physiotherapie und oder Schwimmen denken.

JJ1996
01-08-2006, 12:58
Vielleicht etwas konkreter:
1.) Hat jemand eine Idee, auf welche Leiden die Bewegungsabläufe meines Hundes hindeuten? (gern auch Vermutungen oder Diagnosen vergleichbarer Krankengeschichten - vielleicht bringt das ja weiter)
2.) Hat jemand eine Idee, was ich für den Erhalt/Wiederaufbau der Muskeln meines Hundes tun kann?
3.) Kennt jemand in meiner Nähe (48366 Laer) einen guten Tierarzt, Chiropraktiker, Osteopathen der sich mit dem Bewegungsapparat von Hunden gut auskennt?

Danke!
Gabriele

JJ1996
01-08-2006, 13:01
@ granja: Was ist MRT?
(sorry, bin noch nicht so lange im Forum ...)

Danke für deine Antwort!

heidrun+C
01-08-2006, 13:33
Hallo Gabriele,


MRT wird hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetresonanztomografie) ausführlich erklärt.


Original geschrieben von JJ1996

1.) Hat jemand eine Idee, auf welche Leiden die Bewegungsabläufe meines Hundes hindeuten?

Das solltest Du (wie Granja schon schrieb) unbedingt beim Tierarzt abklären lassen.
Dass Dein Hund nicht mehr "rund" läuft, wenn ihm offensichtlich gleich zwei Beine wehtun,
ist auch logisch ;)


2.) Hat jemand eine Idee, was ich für den Erhalt/Wiederaufbau der Muskeln meines Hundes tun kann?

Muskelatrophie (Muskelschwund) kommt durch verminderte Bewegung zustande.
D.h., Dein Hund setzt die entsprechende Gliedmasse nicht im vollen Umfang ein.
Ein Grund dafür können Schmerzen sein.
Bevor die Ursachen nicht abgeklärt und die Schmerzen beseitigt sind:
Finger weg von Muskelaufbautraining - hierfür muss der Hund schmerzfrei sein.


Mit dem 3. Punkt kann ich Dir leider nicht weiterhelfen - vielleicht meldet sich dazu noch
jemand aus Deiner Gegend.
Ich finde es allerdings wichtig, direkt eine Klinik aufzusuchen, die auf Probleme mit dem
Bewegungsapparat spezialisiert ist - Du ersparst Deinem Hund damit weitere undefinierte
Behandlungen. So, wie Du seinen Zustand beschreibst, klingt das Ganze doch recht heftig
- ich würde nicht mehr länger zuwarten.


Viele Grüsse

margit
01-08-2006, 13:39
Hallo,
ich denke, in erster Linie müssen die Bänder operriert werden, damit er wieder laufen kann und somit die Muskeln wieder aufbauen kann. Ich kann Dir nur raten in eine Tierklinik zu fahren, da wären Gießen oder Hochmoor denke ich ganz gut für.
Wie alt ist er überhaupt und lass auch mal nach dem Gleichgewichtsorgan im Ohr gucken.....
Daumendrückende Grüße
Margit

JJ1996
01-08-2006, 14:11
Er ist gut 10 Jahre alt.
Die Klinik Hochmoor ist nur ca. 30 Min Fahrzeit von uns entfernt, das wäre also kein Problem.

Das Problem ist, dass er

a) Angst vorm Röntgen hat und deshalb sehr unkooperativ ist ...

b) nach der letzten Vollnarkose (und es war nur eine ganz leichte, bei der er knapp 60 Minuten weg war) im Dezember 2005 fast nicht wieder auf die Beine gekommen wäre

kim17
01-08-2006, 14:52
Original geschrieben von JJ1996

b) nach der letzten Vollnarkose (und es war nur eine ganz leichte, bei der er knapp 60 Minuten weg war) im Dezember 2005 fast nicht wieder auf die Beine gekommen wäre [/B]

hallo gabriele,
bei narkosen beim boxer unbedingt beachten

Narkosemittel Acepromazin f.Boxer lebensgefährlich

es wird auf auf mehreren boxerseiten vor diesem mittel gewarnt (nachfolgend ein Auszug) .

"Acepromazin (ACE) Bei einem Boxer darf Acepromazin NICHT angewendet werden!!!

Außer den oben genannten Kontraindikationen ist eine GENERELLE UNVERTRÄGLICHKEIT des ACE bei BOXERN bekannt.

Da Präparate mit dem Wirkstoff Acepromazin bei einem Boxer schlimmstenfalls auch zum Tod des Tieres führen können, ist es ratsam, mit Ihrem Tierarzt über dieses Thema für den Fall der Fälle zu reden."

Acepromazin ist ein zentraldämpfendes Neuroleptikum,
das als Präanästhetikum, Anästhetikum und als Beruhigungs-Mittel
bei Transporten (Flugzeug) angewendet wird."

© Quelle: deutscher-boxer . de

alles gute für deinen burschen
grüssle

01-08-2006, 19:57
Hallo JJ1996


Ich könnte mit vorstellen, das dein Hund einen Bandscheibenvorfall hat.
Schleift er auch die Krallen an der betroffenden Hinterhand ab?

Wenn dem so ist, dann würde ich eine MRT machen lassen.
Dann kann man weiter sehen.

Gruß
Manni

eurasbibs
01-08-2006, 22:05
Hallo,

Muskelabbau kann auch von einer inneren Erkrankung herruehren.

Mein 11 jaehriger Ruede z.B. leidet seit kurzem an einer Hormonerkrankung, und ein Krankheitsanzeichen derer war die Schwaeche und der Muskelabbau der Hinterhand.

Anhand eines spez. großen Blutbildes mit einem sog. Altersscreening sowie eines ACTH-Testes konnte diese nachgewiesen werden.

Liebe Gruesse
Birgit

JJ1996
01-08-2006, 22:20
Erst einmal ganz herzlichen Dank für Eure zahlreiche Unterstützung! Es war wirklich wichtig für mich, möglichst viele Meinungen zu dem Thema zu hören.

1.) Da JayJay nach der letzten Narkose nicht mehr aufstehen wollte und dann einen Kreislaufkollaps bekommen hat (die Boxerunverträglichkeit des konkreten Narkosemittels war berücksichtigt), werde ich ihm keine Vollnarkose mehr zumuten.
2.) Da JayJay, da bin ich mir sicher, nach einer OP am Bewegungsapparat schlecht, wahrscheinlich gar nicht wieder auf die Beine kommen würde, werd ich auch keine Operation am Bewegungsapparat mehr durchführen lassen.
3.) Unter Ablenkung (z.B. andere Hunde) kann JayJay alle Bewegungen durchführen. Außerdem ist er mir heute noch zweimal ohne Grund (nur Freude) auf den Schoß gesprungen. Ich glaube nicht, dass ein Hund, der eine Bänderverletzung hat, dies tun würde.
4.) Ich finde es wichtig, dass JayJay seine Gliedmaßen gleichmäßig benutzt, damit nicht noch mehr Haltungsschäden und Muskelabbau stattfindet.
5.) Ich bin also schweren Herzens heute zusätzlich zu allen meinen Homöopathischen Mittelchen, Kräutertees etc. wieder zu Rimadyl zurückgekehrt.
6.) Oberste Priorität ist für mich, dass mein Hund keine Schmerzen hat und vor 2 Monaten ist er mit Rimadyl 2 Tage nach einem schweren Schub rumgesprungen wie ein Welpe (er zieht übrigens keine Pfote nach, auch nicht bei den stärksten Schmerzen)

Die Tierärztin, die ich heute abend aufgesucht hatte, hat mir in allen Entscheidungen, die ich heute getroffen habe Recht gegeben. Sie meint, von einem operativen Eingriff würde sie abraten und dannist auch egal, ob man genau weiß ob es jetzt die Hüfte oder der 5. Rückenwirbel ist, der die Schmerzen verursacht. Ich hoffe, ich habe die für JayJay beste Entscheidung getroffen (auch wenn ich mir was die Behandlung mit alternativen Methoden eine Niederlage eingestehen muss - ich will die Mittel parallel weitergeben und in einigen Wochen sehen, ob ich Rimadyl wieder etwas absenken kann in der Dosierung)

So und jetzt hoff ich, ihr erhängt mich nicht ...

golden-inka
02-08-2006, 00:30
Hallo Gabriele,

ich kann Deine Entscheidung verstehen, JayJay ist ja auch nicht mehr der Jüngste, vielleicht findet sich noch eine Alternative zu Rimadyl, damit der keine Magenprobleme bekommt.
Ich habe eine alte Hündin aus dem Tierschutz mit etlichen Gelenkproblemen (Spondylose,Arthrose, HD,) und kaum Muskulatur an der Hinterhand.
Als sie vor 2 Jahren zu uns kam, konnte sie kaum laufen, dann habe ich diverse Kuren mit ihr gemacht:
Vemiculite D12 oder D6 (weiss ich nicht mehr so genau, hat aber nichts gebracht)
MSN
Teufelskralle
Traumeel und Zeel(war auch nicht erfolgreich)
Weidenrindenextract (Assplant) habe ich über 3 Monate gegeben, sie hatte keine Nebenwirkungen und danach lahmte sie nicht mehr,
Glocosamin und Chondroitin (bekommt sie immer mal wieder als Kur)
Sie hat von 37 kg auf 29kg abgenommen und jetzt läuft sie ganz passabel unsere Omarunden mit und scheint schmerzfrei zu sein.
Ab und zu bei nasskaltem Wetter hat sie Probleme, dann gebe ich ihr wieder kurze Zeit Assplant und dann gehts wieder.
Ein Blutbild bei einem älteren Hund kann sicher nicht schaden, ich lasse es alle 6 Monate machen, damit man irgendwelche schleichenden Erkrankungen evt. noch rechtzeitig erkenne kann.
Ich drück Dir die Daumen für Jayjay.

JJ1996
02-08-2006, 09:05
Ganz lieben Dank Elke,
ein Blutbild habe ich Anfang Juni machen lassen, ebenso eine Stuhluntersuchung.
Danach habe ich einen supergesunden Hund, alle Blutwerte sind im optimalen Bereich, sein Kot war auch super in Ordnung, nix zu finden.

Es ist schon ein sehr mühseliges Geschäft, wenn man alternativ behandeln will, es dem Wauzi aber trotzdem nicht wieder 100%tig dabei geht.

Heute morgen ist JayJay das erste mal in zwei Wochen wieder stückeweise getrabt. Das ist doch was!

claudia61
02-08-2006, 09:13
hallo gabriele,
vielleicht wendest du dich mal an einen guten hundephysiotherapeuten? das könnte euch ein ganzes stück weiterbringen.....

JJ1996
02-08-2006, 10:28
Hallo Claudia,
"Physiotherapeut": ja, meine Tierärztin meinte das auch.

Zur Zeit weiß ich aber nur von Tierphysiotherapeuten in der Klinik in Bramsche, das sind anderthalb Stunden Fahrt bis dahin.

Meine Tierärztin sagte, dass jemand in Bramsche sich zur Zeit als Physiotherapeutin ausbilden lässt, die demnächst in ihrer Tierpraxis zweimal wöchentlich behandelt. Ich weiß aber nicht, wie lange das noch dauert und ob jemand neues schon wirklich gut behandeln kann...

Falls aber jemand also einen (ggf. sogar schon am eigenen Hund getesteten) Physiotherapeuten in der näheren Umgegend kennt(Radius bis ca. 40km um 48366 Laer, NRW) - geeerrrnnneee!

granja
02-08-2006, 11:17
Hallo!

Schau doch mal auf der HP von Katrin Blümchen, da gibt es eine Therapeutenliste, PLZ geordnet.

JJ1996
02-08-2006, 12:08
Danke, Anja, guter Tipp!
Die nächste Physiotherapeutin sitzt in Münster. Da werd ich mal Kontakt aufnehmen.

Witzig, ich fragte mich, warum mir der Name Katrin Blümchen so bekannt vorkommt. Jetzt ist es mir eingefallen:
Ich hab den Massage-Film geschenkt bekommen und das Massage-Buch kürzlich hinterhergekauft - so passt eins zum anderen ...