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  #1  
Alt 13-02-2007, 12:50
friesenmama friesenmama ist offline
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Gluten-Unverträglichkeit

Hallo, zusammen,
ich bin neu hier, möchte Euch meine Geschichte erzählen und würde mich über Eure meinung/Erfahrungen freuen: Im Mai letzten Jahres habe ich mir auf dem Markt einen 8 Wochen jungen Labrador-Mix-WEelpen gekauft. Es war Liebe auf den ersten blick, und nachdem unser Dobi gestorben war, wurde es Zeit für einen neuen Hund in unserem Leben. Herkunft also unbekannt und nicht nachvollziehbar. Nach der üblichen Impfung mit 10/14 Wochen ging das Theater los: Wunden verkrusteten enorm aber heilten schlecht. Kleine Bisswunden am Hals vom Hundespielen hielten sich über Wochen hartnäckig trotz Wundsalbe, Propolis, Zinksalbe, Bepanthene... Hinzu kamen bald Liegeschwielen, Ohrrand-Ekzeme, eine ständig siffende Schwanzspitze. Tierarzt versuchte sich vorwärts und rückwärts durch den Medikamentenschrank, sprach irgendwann von Amputation und verkaufte uns "das Gute" Hundefutter von Ihrwisstschon. Nix half.

Schon damals fiel mir Schokos gelegentliche Hyperventialion auf, und dass er ziemlich laaangsam in seinen Bewegungen war. Für einen jungen Hund ziemlich träge, dachte ich immer. Auf dem Hundeplatz war er der Star, sowas von lieb und gelehrig, keine Ambitionen zu den üblichen Junghund-Flegeleien.

Schoko war etwa 6 Monate als, als mir morgens eine leicht geschwollene Zehe auffiel. Ich habe die Pfote mit der Taschenlampe untersucht, nichts gefunden, desinfiziert, einen Retterspitz-Umschlag gemacht und dachte mir nichts dabei. Als es am nächsten Tag noch schlimmer war, bin ich zum Tierarzt gefahren. Schoko bekam einen Verband, Enelbin-Paste und ein Antibiotikum gespritzt. Am nächsten Morgen hatte ich eine seltsame Unruhe und habe entgegen der Anweisung den Verband geöffnet. Schokos halbe zehe kam mir in Form flüssigen, stinkenden Sekretes entgegen gelaufen, und eine Sehne hing wie ein weißes Fädchen aus der klaffenden Wunde.

Schoko wurde innerhalb von 4 Wochen 3x an diesem Zeh operiert. Nähte hielten nicht, die Wunde eiterte trotz Verband, oraler Antibiotika-Gabe und bester Pflege. In der 3. OP musste das erste Zehengleid amputiert werden. Und da er einmal in Vollnarkose war, wurde die mittlerweile nekrotische Schwanzspitze gleich mit abgeschnitten.

Der Zeh eiterte weiter. Es kamen neue Krallenbett-Entzündungen an den Vorderpfoten hinzu. Die Ohrrand-Ekzeme bildeten dicke Krusten und heilten nicht. Die Operationswunde heilte ebenfalls nicht. Jeden 2. Tag wechselte ich sorgfältig den Verband, desinfizierte, kleisterte alles mit Zinksalbe ein...

Wir machten ein Antibiogramm und wechselten das Antibiotikum. Insgesamt hat Schoko 3 Monate lang !!! Antibiotika bekommen. Der Heilpraktiker stellte einen massiven Vitamin-B-Mangel fest. Ich fand erste Informationen übers barfen und erwähnte meinem Tierarzt gegenüber mehrmals die Vermutung, dass Schoko ein Problem mit dem Getreide im TroFu haben könnte. "Alles Quatsch, das ist nur eine Anhäufung von dummen "Verletzungen". Als sich dann noch das zahnfleishc entzündete, zog ich einen zweiten Tierarzt hinzu, der überhaupt keine Idee hatte. Ein dritter Tierarzt tippte auf eine Autoimmunerkrankung. Mittlerweile hatte ich 1200 Euro bei Tierärzten gelassen, und war (und bin es immer noch) finanziell nicht mehr in der Lage, schulmedizinisch weiter zu machen.

Schoko wurde schlapper, haarte sehr stark, er hatte Schmerzen wegen der Krallenbett-Entzündungen, bekam Schnupfen, Durchfall, fraß schlechter, und die Gelenke an seinen Vorderbeinen nahmen seltsame Formen an. Eine Bekannte barft seit Jahren und hat sich bereit erklärt, täglich für Schoko frisches Futter zuzubereiten. Damit ging es ihm nach etwa 3 Wochen sichbar besser, die OP-Wunde wurde trocken, ich setzte das Antibiotikum eigenmächtig ab. Es wurde eine homöopathische Entgiftung eingeleitet.

Dann kam es zum Streit mit der Futter-Hilfe, und bevor ich selbst mit BARF beginnen wollte, wollte ich mich einlesen, informieren udn die teilweise teuren Zusatzfutter kaufen, so wie es meine finanziellen Möglichkeiten hergaben. Also stellte ich wieder im auf "das Gute" Trockenfutter vom Tierarzt. Innerhalb von 2 Tagen ging es meinem Hund schlagartig schlechter. Die Entzündungen blühten regelrecht auf, ich musste sein Körbchen ankippen damit er überhaupt noch aufstand, es ging ihm so schlecht dass ich kurz davor war ihn einzuschläfern. Durch Zufall entdeckte ich in einem Bioladen die Packungsaufschrift "glutenfrei", und fragte meine Suchmaschine danach. Und dann fiel es mir wie Schuppen von dne Augen. Alles stimmte. Die Symptome, der Kalziumverlust und die Gelenkdeformierungen, die hohen Entzündungswerte, die Zahnschmelz-Probleme, der sauer stinkende Kot... alles.

Seit 11 Tagen ernähre ich Schoko mit BARF, fast getreidefrei, und wenn, dann nur Hirse, Amaranth, Reis & Co. Am 5. Tag der Diät hatte Schoko keinen Durchfall mehr. Am 8. Tag begann er, Spiele anzubieten. Am 9. Tag hat er ein ganzes Hähnchen mit großem Appetit verputzt, während ich sonst froh war, 200g gewolftes Fleisch in ihn hinein zu bekommen. Die OP-Wunde ist heute den ersten Tag trocken.

Der Tierarzt ist irgendwo zwischen skeptisch und beschämt, hat von einer Gluten-Unverträglichkeit noch nie etwas gehört, aber die tägliche Besserung von Schokos Zustand spricht eine deutliche Sprache.

So. nach diesem Roman würde ich gern Eure Meinung zu diesem Thema lesen. Vielen Dank.
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  #2  
Alt 13-02-2007, 13:09
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Tina+Ronja Tina+Ronja ist offline
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hallo,

es tut mir leid wie sehr deine arme fellmaus leiden mußte...
getreideunverträglichkeiten/allergie ist leider alles andere als selten - viele die hier "landen" (bei den barfern) haben eine solche o ähnliche odysse hinter sich.

ich rate dir, melde dich hier an, nach geraumer zeit kannst du dann auch in den mitgliederbereich wechseln.

du wirst hier zu allen (fast) fragen eine antwort bekommen u nicht im regen stehen gelassen!
prima das du den ersten schritt richtg artgerechter ernährung schon genommen hast, er wurde ja auch schon kräftig belohnt

du findest auf der hauptseite (unter links) auch fleischlieferanten, kannst dich hier auch nach empfehlungen umhören o nach einkaufsgemeinschaften fragen (falls da bedarf besteht)

zur gesundheit:

"Es wurde eine homöopathische Entgiftung eingeleitet."

darf ich fragen von wem???

die homöopathie ist hier im forum recht stark vertreten u hier findest du einige gut ausgebildete klassische tierhomöopathen. auch auf fragen zu dem bereich wirst du hier natworten bekommen. im mitgliederbereich haben wir einen großen bereich dazu, da bekommst du alle infos, auch spez für neulinge in der thematik!

ich kann dir nur raten deinen hund weiter roh zu ernähren, einen GUTEN klass homöopathen aufzusuchen, dich hier anzumelden u dieses forum mit seinen tollen mitgliedern mit fragen zu löchern u spaß zu haben!

lg tina
__________________
...wenn sich mein schatz doch auch nur so gut um mich kümmern würde wie um die vierfüßler...
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  #3  
Alt 13-02-2007, 13:26
friesenmama friesenmama ist offline
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Die Entgiftung wurde durch einen Tierheilpraktiker eingeleitet mit Tropfen, auf denen "Körperreinigung" stand, und Sulfur. Seitdem haart Schoko so stark, das ist jetzt ca. seit 2 Monaten. Obwohl ich das Sulfur nach 10 Tagen gem. Anweisung wieder abgesetzt habe...

Dann haben wir vor 6 Wochen für einige Tage Okoubaka gegeben.

Ansonsten meinte auch dieser Heilpraktiker (der hier einen guten Ruf hat), Schoko sei gesund und ich würde das alles überbewerten. Tja...

Mein Vertrauen in "Heilkundige" jeglicher Art ist ziemlich getrübt, und ich habe auch die finanziellen Möglichkeiten nicht mehr, großartig weiter zu machen. Und ganz ehrlich: ich bin es auch leid, müde, ich muss arbeiten, das Pferd versorgen, den Haushalt machen.. .ich habe so verdammt viel Zeit in Wartezimmern verbracht in den letzten Monaten..., wenn ich jetzt nicht jobmäßig aus dem Quark komme, kann ich dem Hud bald gar nicht mehr helfen. Ich bin selbst etwas "kräuter-kundig", lese viel, habe schon viele Erfahrungen beim Pferd gemacht, viele gute Tipps aus dem Internet bekommen, neuerdings klappt sogar eine kinesiologische Testung die ich selbst mache, und bis jetzt sagt mir der Hund, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Bestärkung, dass es Zöliakie beim Hund tatsächlich gibt (alle meine Infos waren bisher über Menschen) ist gut, und Erfahrungeserte, wie der Heilungsverlauf bei konsequenter Diät ist. Wie sieht der Kot aus, wann kann der Darm wieder Vitamine und Mineralien richtig aufnehmen, wann ist das Immunsystem wieder so fit, dass ich in die Hundeschule kann? Verwächst sich das deformierte Karpalgelenk vorn wieder, wenn die Kalzium-zufuhr stimmt, oder ist das unsere nächste Baustelle?
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  #4  
Alt 13-02-2007, 13:44
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Tina+Ronja Tina+Ronja ist offline
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hallo,

deine mißgunst kann ich gut verstehen...
aber leider arbeitet der HP bei dem du bist augenscheinlich nicht klass homöopathisch. u der ruf ist so ne sache...
ich sprach auch von einem homöopathen u nicht heilpraktiker - sind leider 2 versch paar schuhe
aber sofern man sich nicht mit der materie auskennt, kann man das halt "noch" nicht beurteilen mit wem man da arbeitet u wonach man suchen muß.

ich stell dir hier mal den einführungstext rein, dann kannst du dich in die thematik homöopathie einlesen u besser urteilen


Alles Homöopathie oder was?

Homöopathie als Heilmethode wird immer populärer. Das ist einerseits eine sehr positive und wünschnswerte Entwicklung, weil sich immer mehr Tierhalter kritischer mit der Behandlung ihrer Tiere beschäftigen und nach Alternativen zu den üblichen schulmedizinischen Möglichkeiten suchen. Andererseits lässt sich leider auch immer wieder feststellen, dass nicht überall wo Homöopathie �drauf steht�, sich auch Homöopathie darin verbirgt. Der Gedanke �es ist ja homöopathisch und kann schon nicht schaden� ist leider weit verbreitet und fatal. Da alles, was Wirkungen hat, auch unerwünschte �Neben�wirkungen haben kann, ist es wichtig, zu wissen und zu beachten, dass auch homöopathische Mittel Schaden anrichten können, wenn sie nicht nach den Regeln der Kunst verwendet werden. Schließlich handelt es sich auch hier um Arzneien! Dieser Beitrag soll die Hintergründe und Unterschiede bei Anwendungen homöopathischer Mittel deutlich machen, damit auch die Risiken bestimmter � immer gut gemeinter! -Empfehlungen oder Verordnungen klar werden. Um dies auch verständlich und nachvollziehbar zu machen, muss ein wenig ausgeholt werden.

Es gibt zwei Hauptrichtungen bei der Verschreibung homöopathischer Mittel: die eigentliche Homöopathie oder auch klassische Homöopathie und die sogenannte klinische Homöopathie.

Homöopathie wurde von Samuel Hahnemann entwickelt. Er lebte von 1755 bis 1843 und war Arzt und Apotheker. Mit den damaligen Behandlungsmethoden war er jedoch höchst unzufrieden und war enttäuscht von ihrem �barbarischen� Charakter, vor allem aber davon, dass sie letztendlich keine Heilung brachten, sondern teilweise noch eher den Tod. 1790 übersetzte er eine Arzneimittellehre aus dem Englischen und konnte die darin enthaltenen Erklärungen zur Wirkung der Chinarinde bei Wechselfieber nicht nachvollziehen. Hahnemann kam dabei auf die Idee, die Wirkung einzelner Arzneimittel mit den Symptomen der Krankheiten, zu deren Heilung sie angewendet wurden, zu vergleichen und in Zusammenhang zu bringen. Er entschloss sich, selbst Chinarinde einzunehmen und entwickelte nach kurzer Zeit selbst die Symptome eines Malariafiebers � eines Fiebers, das durch Chinarinde geheilt wird. Sobald er die Einnahme absetzte, verschwanden die Symptome und traten wieder auf, wenn er die Einnahme fortsetzte. Er prüfte noch weitere zahlreiche Substanzen an sich und seiner Familie sowie Freunden. Diese Arzneiprüfungen brachten ihn immer mehr zu der These, dass ein Mittel, das bei gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorruft, genau die gleichen Symptome beim Kranken heilt. Somit legte er den Grundstein für das wichtigste homöopathische Prinzip �Similia similibus currentur � Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt�. Es dauerte noch einige Jahre bis er die Theorie der Homöopathie aus diesen Experimenten formulierte. Sein Hauptwerk, das Organon der Heilkunst, in dem er Theorie und Praxis der Homöopathie zusammenfasste, wurde 1810 veröffentlicht.

Klassische Homöopathie, wie sie von Samuel Hahnemann entwickelt wurde, basiert auf folgenden Prinzipien:

· dem Ähnlichkeitsgesetz
· der Arzneimittelprüfung
· der Individualisation
· der Lebenskraft
· der Potenzierung
· der Anwendung von Einzelmitteln in kleinstmöglicher Dosis


Das Ähnlichkeitsprinzip bedeutet, dass das geeignete Arzneimittel jenes ist, das bei Verabreichung an gesunde Personen dieselben Symptome hervorbringt, die es am Kranken heilen soll. Um diese Symptome herauszufinden, wurden und werden so genannte Arzneimittelprüfungen durchgeführt, in denen geringe Dosen eines Stoffes in immer derselben Potenz (s.u.) wiederholt verabreicht werden. Seit Hahnemann hat es zahlreiche Arzneimittelprüfungen gegeben, deren Erkenntnisse in der Materia Medica zusammengefasst werden. Hier finden sich die Arzneimittelbilder, d.h. sämtliche Symptome eines Arzneimittels, die in Prüfungen oder bei Vergiftungen mit der Ausgangssubstanz hervorgerufen wurden.

Homöopathie ist eine Heilmethode, die den Patienten in seiner Ganzheit aus Körper, Geist und Seele erfasst. Daher sind auch Symptome auf all diesen Ebenen von Bedeutung. Primär wird der Patient behandelt, nicht seine Krankheit. Die Krankheitsdiagnose ist nicht so maßgeblich, sondern die Art und Weise, wie der Patient seine Krankheit ausdrückt und durch welche er sich auch von anderen Patienten mit derselben Krankheit unterscheidet. Jeder Patient wird als ein Individuum betrachtet. Diese ist Individualisation massgebend für die Wahl des Arzneimittels.

Im Organon schreibt Hahnemann: �Der materielle Organismus, ohne Lebenskraft gedacht, ist keiner Empfindung, keiner Tätigkeit, keiner Selbsterhaltung fähig; nur das immaterielle, den materiellen Organismus im gesunden und im kranken Zustand belebende Wesen (die Lebenskraft) verleiht ihm alle Empfindung und bewirkt seine Lebensverrichtungen.� Dies beschreibt die Fähigkeit des Organismus, sich durch Mobilisierung der ihm innewohnenden Lebensenergie gesund zu erhalten. Diese dynamische Kraft reguliert die Körperfunktionen und übernimmt eine Art �Gegensteuerung� bei Einflüssen von außen. Bei einer Erkrankung findet die erste Störung auf der Ebene der Lebenskraft statt. Die Krankheitssymptome sind Zeichen dieser - wie Hahnemann sagte � �verstimmten� Lebenskraft. Wenn sie nicht mehr in der Lage ist, dem Druck von außen etwas entgegen zu halten, dann sendet sie Signale. Diese Warnzeichen sind die Symptome, die wir dann wahrnehmen. Ein Symptom ist gewissermaßen ein Hilferuf. Da die erste Störung ein Ungleichgewicht auf der Ebene der Lebenskraft ist, kann wirkliche Heilung nur dann erfolgen, wenn das Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Auf dieser Ebene wirken die homöopathischen Arzneien, die also die Lebenskraft unterstützen.

Hier unterscheidet sich die Homöopathie auch ganz wesentlich vom schulmedizinischen Vorgehen, wo es vor allem darum geht, Symptome zum Verschwinden zu bringen. Hierfür werden dann häufig Medikamente eingesetzt, deren Wirkung den Symptomen entgegenwirken sollen: Antihistaminika, Antibiotika, Antidepressiva, Antitussiva usw. Mit diesen Arzneien werden die Symptome letztlich unterdrückt und die Störung der Lebenskraft wird sich einen anderen Weg suchen, um sich auszudrücken. In der Regel verlagern sich die Symptome dann auf tiefere und somit ernsthaftere Schichten. Dies lässt sich bei der Aufzeichnung von Krankheitsverläufen immer wieder feststellen. Ein Hautausschlag wird beispielsweise mit Cortison unterdrückt und in der Folgezeit entwickelt der Patient Asthma. Nebenwirkungen schulmedizinischer Medikamente, die auftauchen und in den Beipackzetteln beschrieben werden, sind Zeichen, mit denen die Lebenskraft auf den Einfluß der Medikamente reagiert.

Homöopathische Mittel werden potenziert. Das bedeutet, sie werden verdünnt und verschüttelt oder verrieben und dadurch werden ihre Heilkräfte gewissermaßen freigesetzt. Es gibt verschiedene Potenzierungsarten , die durch folgende Bezeichnungen unterschieden werden:
· D-Potenzen sind pro Potenzierungsschritt 10 x verdünnt (1 Teil Urtinktur wird mit 9 Teilen Alkohol verdünnt). Der erste Schritt nennt sich D1, dann D2 und so weiter.
· C-Potenzen werden pro Potenzierungsschritt 100 x verdünnt
· LM- oder Q-Potenzen werden 1:50 000 verdünnt

Ab der D 24 und der C 12 Potenz kann keine Ausgangssubstanz mehr festgestellt werden, es wirkt nur noch die reine Information/Energie. Viele Substanzen, die ursprünglich giftig sind, können auf diese Weise als Heilmittel genutzt werden. Mittel, die unterhalb dieser Potenzen liegen, werden als Niedrig- oder Tiefpotenzen bezeichnet. Mittel, die darüber liegen, als Hochpotenzen.

In der klassischen Homöopathie nach Hahnemann werden immer nur Einzelmittel in der kleinstmöglichen Dosis verordnet. Vor dem Hintergrund des Ähnlichkeitsgesetzes und der Wirkung auf der dynamischen Ebene ist dies auch logisch. Es geht ja darum, das Arzneimittel zu finden, das dem Zustand des Patienten am nächsten kommt. Viele Arzneimittel decken zum Beispiel das Symptom �Husten� ab. Sie unterscheiden sich jedoch darin, wie der Husten sich konkret im Einzelfall äußert, z.B. ob er trocken ist oder bellend oder keuchend oder rasselnd oder� Ob er nach Anstrengung oder in Ruhe auftritt, morgens oder abends und so weiter. All diese so genannten Modalitäten müssen bei der Wahl des Mittels berücksichtigt werden. Und vor allem auch der psychische Zustand, da es immer auch um die Individualisation und die Ganzheitlichkeit geht. Homöopathische Arzneien wirken auf die Lebenskraft, daher sollten sie ihr auch in der Qualität ihrer Stärke gleichen. Nicht die Ähnlichkeit in der Menge (der Quantität) ist das Ziel bei der Dosierung, sondern die Ähnlichkeit in der Beschaffenheit (der Qualität) der Energie. Daher ist die Dosis nicht abhängig von Körpergewicht, Größe oder ähnlichem, sondern von der Stärke der Lebenskraft des Patienten, seiner Konstitution.

Um nun das passende Arzneimittel zu finden, das dem Zustand des Patienten auf allen Ebenen entspricht, bedarf es einer gründlichen Anamnese (Erhebung der kompletten Krankengeschichte). Wenn möglich, werden hierzu auch die Krankheitsverläufe der Eltern, Großeltern etc. aufgenommen. Die individuelle Betrachtung eines Patienten beinhaltet auch, ihn in seiner gesamten Persönlichkeit zu verstehen. Das bedeutet, all seine charakteristischen Eigenheiten, wie z.B. Vorlieben/Abneigungen, gehören mit dazu. Diese umfassende Fallaufnahme braucht dann auch entsprechend viel Zeit, in der Regel 1-2 Stunden bei chronischen Krankheiten.

Neben dieser komplexen Vorgehensweise hat sich bereits zu Hahnemanns Zeiten ein anderes, eher am üblichen Handeln und Denken orientiertes Verfahren zur Verschreibung homöopathischer Arzneien entwickelt. Unter den Leuten, die sich mit Hahnemanns Theorie und seinen Behandlungserfolgen beschäftigten, befanden sich auch damals natürlich Ärzte und Naturwissenschaftler. Einige von ihnen wandelten seine Methode ab und verwarfen viele seiner Prinzipien. Sie lehnten die Verwendung von Hochpotenzen ab und begannen, verschiedene Mittel zu Komplexmitteln zu vermischen, verabreichten mehrere Potenzen auf einmal, wiederholten eine Dosis oft tage- oder wochenlang, ohne sie zu verändern, verschrieben ein Mittel isoliert für ein erkranktes Organ oder aufgrund einer klinischen Diagnose, gaben sogenannte Drainagemittel etc. Letztendlich handelten sie nicht im Sinne der Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsprinzip, sondern verordneten lediglich homöopathische, d.h. potenzierte Arzneien. Auch heute noch ist dieses Vorgehen weit verbreitet. Es spart viel Zeit, da nach sogenannten bewährten Indikationen verordnet wird. Somit ist also keine stundenlange Anamnese nötig, sondern wird nach dem Motto �bei Krankheit xy gibt man Mittel z� vorgegangen, allenfalls noch nach oberflächlichen Eigenheiten differenziert, z.B. ob es der Patient lieber kalt oder warm mag. Und man kann es leicht selbst anwenden, spart also auch noch Geld...

Was ist nun daran so verkehrt?

Zunächst einmal fällt auf, dass es nicht um den Patienten als Ganzes geht. Die ganzheitliche, individuelle Betrachtung, wie sie von Hahnemann als wesentliche Voraussetzung zur Wahl des richtigen Arzneimittels genannt wurde, findet hier nicht statt. Es wird nur ein Teil betrachtet und dementsprechend wird auch das gewählte Arzneimittel nur einen Teil des Patienten abdecken. Erinnern wir uns: die Lebenskraft steuert den Organismus und verleiht ihm alle Empfindungen. Bei einer Erkrankung ist sie im Ungleichgewicht. Um wirkliche Heilung zu erlangen, muss die Lebenskraft gestärkt werden. Wird nun also nur ein Teil davon vom Mittel erreicht, dann bleibt es letztlich bei einer verstimmten Lebenskraft. Die eigentliche Störung wird nicht behoben, nur (vorübergehend) unterdrückt. Das ist vom Prinzip genauso, als wenn andere, schulmedizinische Medikamente gegeben würden. Letztendlich wird ein Symptom zum Verschwinden gebracht, die eigentliche Ursache dahinter wird jedoch nicht behandelt. Daher können auch homöopathische Mittel unterdrücken und die Krankheit auf tiefere, lebenswichtigere Ebenen verschieben.

Bei der Verordnung von Komplexmitteln kommt �erschwerend� hinzu, dass gewissermassen nach dem Schrotschussprinzip vorgegangen wird. In diesen Mischungen sind dann unterschiedliche Mittel enthalten, die nach einem bestimmten Symptom, z.B. Husten, ausgewählt wurden. Unabhängig davon, welche Art von Husten die einzelnen Mittel im Arzneimittelbild zeigen. Betrachtet man die Zusammensetzung dann näher, werden die Auswahlkriterien noch undurchsichtiger, da sich die einzelnen Mittel zum Teil sogar noch in ihrer Wirkung aufheben. Letztlich scheint die Überlegung dahinter zu stehen �eins davon wird schon helfen�. Komplexmittel können durchaus wirken. Allerdings gilt hier ebenso, dass es sich meist nur um eine Unterdrückung von Symptomen handelt und nicht um Heilung, da nicht nach dem Ähnlichkeitsprinzip vorgegangen wird.

Werden nun homöopathische Mittel in immer derselben unveränderten Potenz über Tage/Wochen oder gar Monate genommen, dann entspricht dies im Grunde dem Vorgehen einer Arzneimittelprüfung. Das bedeutet, im Laufe der Zeit (je nach Empfindsamkeit früher oder später) können Symptome auftauchen, die nichts mehr mit der eigentlichen Erkrankung zu tun haben, sondern Symptome der Arznei sind. Dem Patienten geht es nicht besser, sondern schlechter, er entwickelt zusätzlich zu den eigenen Beschwerden noch die einer Arzneikrankheit.

Tiefpotenzen wirken, da sie noch die Moleküle der Ausgangssubstanz beinhalten, auf der stofflichen Ebene. Da die Lebenskraft eine dynamische/energetische Kraft ist, wird sie auch am besten durch dynamische/energetische Arzneimittel erreicht. Mit der Verordnung von Tiefpotenzen wird ebenfalls nur eine Ebene des Patienten abgedeckt.

Diese Ausführungen machen hoffentlich deutlich, dass es im Endeffekt nur eine Art von Homöopathie gibt. Alles andere ist nichts weiter als die Verwendung von potenzierten Mitteln. Die Ratgeber zur schnellen und einfachen Selbstbehandlung werden immer zahlreicher und natürlich handeln alle, die sie zu Rate ziehen, in der Absicht, ihrem Tier helfen zu wollen. Kaum jemand ahnt, dass diese Hilfe auch nach hinten losgehen kann. Es ist auch nicht damit getan, das Mittel zu verabreichen, entscheidend und weitaus schwieriger ist die Beurteilung der Wirkung und des Verlaufs.

Hierzu noch ein Zitat aus einem dieser Ratgeber (�Unsere Katze � gesund durch Homöopathie� von Hans Günter Wolf), das stutzig macht: �Der Arzt � ob für den Menschen oder das Tier � muss sich lange und gründlich mit allen Mitteln vertraut machen, um dadurch letzten Endes rasch herauszufinden, was im jeweiligen Fall passend und hilfreich ist. Sie als Katzenfreund und medizinischer Laie brauchen sich nicht so viel Mühe zu machen.� Je weniger ich weiss, umso leichter kann ich es mir also machen in der Behandlung meines Tieres? Eine recht fragwürdige Logik. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass es um die Heilung von kranken Tieren geht.

lg tina
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...wenn sich mein schatz doch auch nur so gut um mich kümmern würde wie um die vierfüßler...
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  #5  
Alt 13-02-2007, 16:38
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Re: Gluten-Unverträglichkeit

Zitat:
Original geschrieben von friesenmama
So. nach diesem Roman würde ich gern Eure Meinung zu diesem Thema lesen. .

Hallo,

ein wahnsinnig trauriger Roman. :-((

Ich habe meine Hunde auch mit extremen gesundheitlichen Problemen auf Frischfutter umgestellt und bereue es keine Minute, denn seitdem geht es meinen Hunden wesentlich besser.


Barfen/Frischfütterun scheint deinem Hund zu helfen und FeFu führt zur Verschlechterung.

Ich würde ihn einfach entsprechend seinem Gewicht etc. eine gesunde frische artgerechte Mischkost verabreichen und auf Gluten absolut verzichten. Wie du sagst, dann glutenfreies Getreide füttern.

Gibst du auch frische Leber? Auch sehr wichtig für den Hund in so einer gesundheitlichen Situation.

Leider haben die meisten TAe keine Ahnung von Ernährung :-(

Wenn du Hilfe bei deinem Futterplan brauchst, sag einfach bescheid.
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  #6  
Alt 13-02-2007, 18:01
Benutzerbild von Sheru
Sheru Sheru ist offline
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Registriert seit: Jan 2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.050
Hallo,
mir kamen die Tränen, als ich die Leidensgeschichte deines Hundis gelesen habe ...
Schön dass es ihm wieder besser geht ! Zum Glück hast du das mit der Gluten- Unverträglichkeit herausgefunden, bevor es zu spät war... ich glaube, das Getreide hätte ihn wirklich das Leben kosten können...
Hier bist du genau an der richtigen Stelle, um alles über die Rohfütterung zu erfahren/lernen ! Frag einfach oder benutze die Suchfunktion -- hier gibt es auf (fast) alles eine Antwort .

LG

die auch "Neubarferin" nadine
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  #7  
Alt 14-02-2007, 11:37
friesenmama friesenmama ist offline
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Danke für die nette Aufnahme und die vielen Infos. Im Moment beschäftigt mich vor allem Folgendes: Heute ist Tag 13 der glutenfreien Diät. Ich habe keine Ahnung, ob oder ab wann der darm wieder in der Lage sein wird, die Nährstoffe richtig zu verwerten. Entgiftet Schoko noch, und belaste ich ihn nur noch mehr, wenn ich ihm hochdosierte Vitamine und Mineralien gebe? Oder kommt schon etwas von dem, was ich oben "reinippe" dort an, wo es hingehört? Insbesondere der Kalziummangel macht mir Sorgen, weil Schoko mit 10 Monaten bald ausgewachsen sein wird, und ich möchte seine deformierten Vorderbeine möglichst gut "hinbekommen", bevor das Wachstum abgeschlossen ist. Schokos Kot ist größtenteils fest, wie gepresste Knubbel, von einem grauen Schleim überzogen. Aber wenigstens riecht er nicht mehr wie Sauerkraut.

Die zweite Frage ist der Appetit: Fleisch ohne alles pfeift der junge Mann sich rein wie nix. Da sind locker 600-1000g am Tag weg. Muskelfleisch, Hähnchen, Blättermagen, Pansen, Schlund... wird super gefressen. Doch sobald ich etwas "gesundes" dazu mische, mäkelt er. Pürierte Möhren mit etwas Brühe: Bäääh. Pürierter Kopfsalat oder Fenchel: bäääh. Banane und Apfel: bäääh. Wenn dann noch Kalziumcitrat, Eierschalen, Multivitamin oder Zink und Biotin dazu kommen oppelbäääh. Im momnent helfe ich mir mit einer großen Spritze, löse das "gesunde zeug" in viel Wasser auf, etwas Honig oder buttermilch für den Geschmack und hinein ins Maul. Das lässt er sich auch gut gefallen. Sollte aber nicht die Dauerlösung sein. Und zum konsequenten Kohldampf-Schieben fehlt mir in Anbetracht der Mangelerscheinungen der Mut.
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  #8  
Alt 14-02-2007, 11:52
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Tanzbär Tanzbär ist offline
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Registriert seit: Dec 2005
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 186
Hallo,

ich habe auch so einen "Gesundes-Bäh!"-Hund daheim. Er war auch sehr krank und hat die Sache "trotz" einfacher Rohfütterung gut überstanden. Als Gemüseersatz bekommt er gefüllten, also ungereinigten Blättermagen. Ich bekomme den Blättermagen von unserem Metzger und klopfe ihn nur etwas aus.

Als Zusatz bekommt er hauptsächlich Afa-Algen. Davon braucht man nur sehr wenig zu geben, deshalb läßt es sich gut unterschmuggeln.

Weiterhin viel Erfolg!

Grüßle
Gitta
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Always look on the bright side of life ...
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  #9  
Alt 14-02-2007, 11:58
friesenmama friesenmama ist offline
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Da hätte ich gleich noch eine Idee: *räusper* Ich habe ein gesundes, entwurmtes, robust gehaltenes und medikamenten-freies Pferd. Dessen Äppel frisst Schoko gern, 2-3 Stück am Tag. Wenn ich mir die BARF-Grundsätze so ansehe "aus dem Verdauungstrakt der Beutetiere..." Kann Pferdemist (zumindest teilweise?) das Gemüse ersetzen?
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  #10  
Alt 15-02-2007, 13:27
friesenmama friesenmama ist offline
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Beiträge: 151
Und bei meiner Frage nach dem Pferdekot bin ich wieder mal übers Internet auf das Thema Bauchspeicheldrüse gekommen. Und wieder viele neue Fragen, aber dazu gibts ja hier schon ein Thema. Gleich mal rüber surfen..
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