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Warum kein Getreide ?

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    Warum kein Getreide ?

    Hallo,
    wie hier ja schon viele wissen, hat mein Hund beiderseits schwere HD. Mir wurde empfohlen, ihr kein Getreide in diesem Fall zu füttern. Kann mir vielleicht Jemand netter weise erklären, warum ausgerechnet kein Geteide geüttert werden sollt?
    Gruß Nicole

    #2
    Hallo Nicole,

    mir fallen dazu mehrere Gründe ein:

    1. ist Getreide kein natürliches Nahrungsmittel für Hunde. Es wird also, trotz guter Aufbereitung, den Verdauungstrakt stärker belasten als Fleisch. Alles, was jedoch als Verdauungsabfall sozusagen anfällt, lagert der Körper, wenn er es nicht ausscheiden kann, ein. In Fettgewebe und in Gelenken. Daher machen bei Arthrosepatienten Entschlackungskuren soviel Sinn.

    2. ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis bei Getreide zugunsten des Phosphors verschoben = Getreide enthält sehr viel mehr Phosphor als Calcium. Beide Mineralien hängen aber bei der Absorbtion eng voneinander ab. Wo zuviel Phosphor in der Ration enthalten ist, wird zuwenig Calcium absorbiert. Calcium ist jedoch sehr wichtig für die Stabilität von Knochen und Gelenken.

    3. Getreide steht im Verdacht, auf den Körper säuernd zu wirken. In saurem Milieu halten sich jedoch Entzündungsprodukte sehr gut und es bilden sich z.B. in der Muskulatur aber auch in den Gelenken Ablagerungen. Die Durchblutung ist schlechter, da die Adern und Blutkörperchen an Elastizität verlieren und die Versorgung mit Sauerstoff nimmt ab. Gelenke werden nur über sog. Diffusion = alle Nährstoffe wandern durch Gewebe, nicht über Blutgefäße in die Gelenke versorgt. Bei schlechter Durchblutung kommen jedoch weniger Nährstoffe zu den Gelenken und Ablagerungen werden schlechter abtransportiert.

    4. manche Getreidearten können Allergien auslösen. Dies bedeutet wiederum mehr Belastung für Leber und Nieren, die können ihrer Entgiftungstätigkeit nicht mehr 100%ig nachkommen. Ergebnis s. oben . Manche Allergien können sich quasi verselbstständigen und dann als Autoimmunerkrankungen sich gegen den Organismus selbst wenden.

    Gruss
    Sabine
    3 Australian Shepherds,
    1 English Shepherd und 13 Packziegen auf Tour

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      #3
      Hallo Sabine,

      vielen Dank für die aufschlussreichen Infos bez. Getreide.

      Ich hab von allen 4 Punkten immer nur so'n ganz klein wenig gewusst, aber jetzt ist's mir klarer.

      Und leider frisst mein Hund sooo gerne Getreideprodukte.....
      Gruß
      Claudia mit Binny im Herzen, 24.06.1995 - 02.12.2008

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        #4
        Vielen Dank für die verständliche Erklärung. Besser hätte man es nicht erklären können :o))
        Nicole

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          #5
          Hallo zusammen,
          so ganz kriege ich das nicht gebraten. Bin auch völlig neu und am rumsuchen. Meine Hündin hat erhöhte Leberwerte und Struvitkristalle im Urin. Deshalb wurde mir geraten, sie doch möglichst fleischlos zu ernähren. Im Fleisch ist viel zu viel Phospat, deshalb muss Calcium ja zugefüttert werden. Also kann es beim Getreide doch nicht um Phospat / Phospor gehen. Ich kapier es nicht. Helft mir bitte.
          Gruß Anne

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            #6
            Hallo Anne,

            doch schon. In reinem Fleisch ist ebenfalls zuviel Phosphor, es fehlen die Knochen, die das Calcium liefern. Deswegen ja rohe, FLEISCHIGE Knochen :-)

            Die Getreidereiche Ernährung bei Leberschäden wird empfohlen, da Getreide reicher an Kohlenhydraten ist (die ja auch Energie liefern), dafür jedoch vom Eiweissgehalt deutlich geringer als Fleisch. Die Eiweißverwertung belastet eine geschädigte Leber.

            Struvitsteine entstehen neben Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt auch durch pH-Verschiebungen im Urin z.B. durch Blasenentzündungen bzw. Bakterien in der Blase (Proteus-Bakterien).

            Nach den Erfahrungen hier im Forum sind viele Steine FeFu/TroFu bedingt und treten, trotz eiweißreicher Rohfleischfütterung nicht mehr auf, sobald die Fütterung umgestellt wurde. Hier spielt sicherlich die Art des Eiweißes (denaturiert bei FeFu/TroFu), Flüssigkeitsgehalt des Futters (vorrangig bei TroFu), Infektanfälligkeit mit eine Rolle.

            Wenn Du etwas mehr zur Problematik Deiner Hündin schreiben könntest, könnte ich gezielter antworten.

            Grüssle
            Sabine
            3 Australian Shepherds,
            1 English Shepherd und 13 Packziegen auf Tour

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              #7
              Hallo Sabine,
              ja ich habe mir schon meine schlaflosen Nächte diesbezüglich geholt. Also meine Hündin kommt aus schlechter Haltung, hatte über Monate eine Blasenentzündung die ich aber vor 2 Jahren dann beseitigt habe. Seitdem wurde nur noch leichter Harngrieß festgestellt, manche Tierärzte (ich habe schon einige hinter mir) rieten zum Zufüttern von Uropet, manche sagten gar nichts. Der PH Wert liegt z.Zt. bei 7,5 aber es liegt keine Blasenentzündung etc. vor. Der Leberwert und das LDH waren leicht erhöht, deshalb wurde mir geraten kein Fleisch mehr zu füttern. Jetzt habe ich angefangen mit Frischkost. Nachdem sie mir mal am Ochsenziemer fast erstickt ist gebe ich keine Knochen. Sie wiegt 32 kg und ich gebe ihr 200 Gramm Fleisch und Fisch, 3 Esslöffel Joghurt, 200 Gramm Gemüse und Salate püriert und 200 Gramm Reis, Nudeln oder Hirse. Getrocknete Kräuter, div. Öle und Calcium dazu. Und hoffe, dass dies nicht zu falsch ist. Vielleicht hast du noch ein paar Tipps für mich.
              Gruß von Anne

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                #8
                Hallöchen,

                hört sich soweit ganz gut an, ohne den Hund gesehen zu haben, nicht 100%ig zu beurteilen.

                Die Leberwerte brauchen einige Zeit (ca. 6.8 Wochen) um sich wieder einzupendeln, gibst Du leberschützende Medikamente dazu?

                Den Harngries würde ich weiter beobachten, sollte sich jedoch mit Rohfütterung auch einpendeln.

                Noch was: Ochsenziemer (getrocknet, oder?) ist nicht mit Knochen gleichzusetzen. Wenn der Knochen gross genug ist, kann Hund nicht daran ersticken, sondern muss ihn abnagen. Vielleicht magst Du das in einiger Zeit nochmals versuchen ....

                Gruss
                Sabine
                Sabine
                3 Australian Shepherds,
                1 English Shepherd und 13 Packziegen auf Tour

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                  #9
                  Hallo Sabine,
                  ich gestehe, ich bin infiziert. Ich habe den BARF-Virus und glaube es wird schlimmer. Vielleicht komme ich wirklich noch zu Knochen, aber alles gaaanz langsam. Was ich jetzt nochmal wissen wollte. Wie ist das mit dem Calcium. Also meine braucht laut Angabe ca. 3200 mg Calcium pro Tag. Heißt das, wenn ich keine Knochen füttere, dass ich das Calcium komplett als Zusatz mitgeben muss oder muss ich die Calciumwerte im Futter abrechnen? Da sie sowieso anscheinend "mineralreich" ist will ich da natürlich nichts falsch machen. Danke für deine Hilfe.
                  Gruß Anne

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                    #10
                    Calcium

                    Hallo Anne

                    nach neuesten Erkenntnissen brauchen die Hunde nicht mehr 100mg pro Kg körpergewicht, sondern nur noch 50 mg am Tag.

                    Und, ohne jetzt was Falsches sagen zu wollen, zählt der Ca-gehalt des Futters da mit. Bitte Korrektur , Foris, wenn ich da falsch liege.
                    Auf den Barfseiten findest Du bei Nützliches eine Auflistung der einzelnen Fleisch und Gemüsesorten und ihren Ca- und Ph Gehalt.

                    Thema Gedreide: Im Moment steht zur Debatte, ob die ganze HD-Geschichte nicht erst durch den zu hohen Gedreideanteil bzw die TroFu-Fütterung ausgelöst wurde ( frach mich aber nicht, wo ich das schon wieder herhab), da würde sich für mich bestätigen, daß es einfach in dieser Menge, wie es gefüttert wird, nicht artgerecht ist, weil der Hund nicht auf eine so konzentrierte Menge an Kohlenhydraten eingerichtet ist.

                    Ghrüßchen
                    Hanna
                    GHrüßchen
                    Hanna

                    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.

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