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Gedanken zu BARF

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    Gedanken zu BARF

    Hallo liebe Hundefreunde

    Jetzt muss ich doch mal ein paar Sachen loswerden. Also GH-Forum finde ich toll und hat mir auch schon sehr viel geholfen. Die meisten hier füttern anscheinend nach BARF. Finde ich sehr gut bin aber selber noch Neueinsteiger. Artgerecht wäre meines Erachtens allerdings eher, wenn man die letzten 10000 Jahre zurückdenkt, das man dem Hund fast ausschließlich Reste aus der menschlichen Nahrung gibt. Kommt natürlich ganz darauf an woher die Rasse stammt. Ein Husky z.B. fast ausschließlich rfk. Ein Labrador vielleicht eher Fisch oder Fischreste. Ein europäischer Hund eher Getreide. In Teilen Afrikas leben Mensche und Hunde in absoluter Nahrungskonkurrenz zueinander. Die Hunde ernähren sich dort fast ausschließlich von Menschenkot. Also ein Nutztier bzw. Gesundheitspolizei im wahrsten Sinne. Ob die dort kranker sind als die Hunde hier weiß ich nicht aber sollen Berichten nach äußerst robust sein. Jetzt kommen viel Barfer daher und meinen der Hund braucht ein Kräutchen hier und 1kg Fleisch pro Tag da und bloss kein Getreide. Ich glaube aber das Getreide und auch Kartoffeln zum Hund gehören. Wer sollte früher denn soviel Fleisch beschaffen wo doch die meisten Menschen sich selber höchstens ein kleines Stück pro Woche leisten konnten. Oder in den vielen Zeiten von Hungersnöten, als die Menschen selbst verschimmeltes Brot gegessen haben, weil einfach nichts anderes da war. Was bekamen da unsere lieben Vierbeiner? Vielleicht kein Getreide, weils angeblich nicht in die natürliche Nahrungskette gehört? Beim Wolf gehört es sicherlich nicht dazu. Aber der Hund ist viele 1000 Jahre domestiziert worden. Und was ist seit langer, langer Zeit unsere Hauptnahrungsquelle? Meiner Meinung nach Getreide!
    Wie gesagt BARF finde ich absolut gut und halte mich als Neuling auch sehr an das was ich im Forum lese bzw. was auf den Barf-Homepages so steht. Außerdem leben wir hier nicht in der dritten Welt und man sollte unsere Hunde auf jeden Fall hochwertig ernähren, also mit Barf. Was ja bei allen anderen Fütterungsmethoden eher zweifelhaft ist.
    Ich wollte dennoch mal ein paar Gedanken loswerden.
    Liebe Grüße an alle
    Marco

    #2
    Hallo Marco!

    Vor 10000 Jahren gab es nur in sehr wenigen Gegenden Asiens Ackerbau. In unseren Breitengraden hat die Phase des Bauern erst vor ca 5000 Jahren begonnen. Man muß sich mal überlegen wozu? man (später) Hunde hielt. Zum Jagen, zum Treiben von Vieh (Rottweiler Metzgerhund), zum Hüten von Schafen, zum Beschützen, zum Nagetiervernichten (Terrier), zum Fischengehen, zum Karrenziehen.... Die wenigsten konnten sich einen Hund zum präsentieren oder nur zum Liebhaben leisten.
    Viele dieser Hunde arbeiteten am und mit Futtertieren, außerdem waren diese Hunde oft genug für ihr Futter selbst verantwortlich. Das ist heute noch bei den Eskimos so, Hunde füttern? die können doch jagen! In vielen Phasen waren Hunde auf sich selbst gestellt. Hunde sind extrem Anpassungsfähig und können mit misserabeler Nahrung _überleben_. 5000 Jahre Ackerbau haben den Verdauungsapperat evolutionär nicht verändern können, sonst könnte der Hund auch unaufbereitetes Getreide verdauen. Das kann er aber dev. nicht! Meinst du es hätte einer damals das Getreide extra für Hundi aufbereitet?
    Unser Verdauungsapperat ist doch das beste Beispiel, der entscheidet sich auch nicht wirklich von Ötzi seinem.
    Ach übrigens Kartoffeln gibt es ja erst sehr kurz in Europa, die kommt nämlich aus Südamerika! Ich werde mal googlen dann kann ich es genau sagen.
    Liebe Grüße Doreen


    �Wenn man den Eindruck hat, dass die Natur etwas falsch gemacht habe, dann hat man etwas falsch verstanden.� Walter Rudolf Hess

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      #3
      So fertig gegoogelt : die Kartoffel hat in Europa als Nahrung erst um 1700 eine Rolle gespielt. Vorher eher botanische Attraktion und Zierpflanze.
      Liebe Grüße Doreen


      �Wenn man den Eindruck hat, dass die Natur etwas falsch gemacht habe, dann hat man etwas falsch verstanden.� Walter Rudolf Hess

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        #4
        Hallo,

        mir erzählte kürzlich eine Frau, die sich ausführlich mit Hunden beschäftigte (Zuchtschaurichterin), dass der Dalmatiner, als er noch als Kutschenbegleithund gehalten wurde - und das ist ja noch gar nicht so lange her - sich sein Fressen größtenteils selber besorgt hat. Wie? Natürlich mit Jagen. Finde ich glaubhaft. Schmeckte bestimmt besser als ausgegrabene Kartoffeln. Und obwohl der Dalmi kein Jagdhund ist und keiner sein soll, merkt man doch, dass er nicht abgeneigt ist, einem Hasen o.ä. hinterherzulaufen...und nicht nur der Dalmi...
        Und wenn man die vielen Hundis beobachtet, die ihre Nasen in Mäuselöcher stecken...
        Mäuselöcher und Wildspuren sind doch auch heute noch für viele Hunde viel interessanter als ein Getreide- oder Kartoffelfeld. Ich habe noch nie gehört, dass sich jemand beklagte, sein Hund würde die Äcker durchwühlen - der Jagdtrieb hingegen ist immer noch vorhanden.
        Sicher kann ein Hund überleben mit Getreideernährung. Er ist, wie schon gesagt wurde, sehr anpassungsfähig. Aber seine Lieblingsnahrung ist mit Sicherheit Fleisch
        Herzliche Grüße
        Susanne mit Diego, Mowgli, Angel und Waldemar

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          #5
          Hallo,

          also ich werde meinem Hund auch Hauptsächlich Fleisch geben, vor allem Fisch, da fährt sie voll drauf ab. Aber wie gesagt ernähren könnte man den Hund mit so ziemlich allem.
          Meine Lana wird mit BARF sehr hochwertig ernährt und ich bekomme immer mehr Abneigung gegen Fertigfutter, werde dieses aber dennoch auch manschmal füttern.

          mit lieben Grüßen

          Marco

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            #6
            Hallo Marco,

            noch eine Anmerkung zur Fischfütterung.

            Diese ist auf Dauer zu einseitig, in Süßwasserfische enthaltene Hemmstoffe (ich hab grad nicht im Kopf, was gehemmt wird, aber es ist ein lebensnotwendiger Stoff) nicht unbedenklich, Fisch generell durch den sehr hohen Eiweißgehalt auch nicht unbedenklich und im Hinblick auf eine artgerechte Fütterung eines "Beutegreifers" (nicht Fischfressers) Hund nicht ausreichend.

            Überleg' mal, wie oft sich wohl ein Wolfsrudel in einen Fluss gestellt und gefisch hat? Da war das Kaninchen um die nächste Ecke deutlich attraktiver.

            Gruss
            Sabine
            3 Australian Shepherds,
            1 English Shepherd und 13 Packziegen auf Tour

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              #7
              Hmmm, im Prinzip bin ich bei euch: Der Hund braucht Fleisch.

              Durch Zufall habe ich eine kleine Rassebeschreibng des Chow-Chow gefunden (Jahrgang 1948).

              Da steht darinn, dass der Chowie, als er nach Europa kam, überhaupt KEIN Fleisch gefressen hat. Kannte er angeblich nicht. Erst in der 3. Generation frass er Fleisch.

              Noch heute ist es so, dass der Chowie nicht so viel Fleisch fressen sollte. Ich habe ein Mischungsverhältnis von ca. 50:50 max. 60:40 und meinem Hund geht es absolut super prächtig.

              LG
              Uli, Rusty+Smilla

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                #8
                Original geschrieben von Guest
                Da steht darinn, dass der Chowie, als er nach Europa kam, überhaupt KEIN Fleisch gefressen hat. Kannte er angeblich nicht. Erst in der 3. Generation frass er Fleisch.
                Hallo Uli,

                das muss dann ja von den Züchtern vorher bewusst so gemacht worden sein, denn ein natürlicher Vorgang ist das doch nicht, oder?
                Herzliche Grüße
                Susanne mit Diego, Mowgli, Angel und Waldemar

                Kommentar


                  #9
                  Danke für die Antworten!

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                    #10
                    Hallo!

                    Original geschrieben von susanne_diego
                    dass der Dalmatiner, als er noch als Kutschenbegleithund gehalten wurde - und das ist ja noch gar nicht so lange her - sich sein Fressen größtenteils selber besorgt hat. Wie? Natürlich mit Jagen.
                    War bestimmt nett anzusehen, so ein blutverschmierter Begleiter!
                    Liebe Grüße!

                    Marie mit Aussie SUNNY-JOY Mops Shimmering Rose und Kater MIKE, Katze ELIZA

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                      #11
                      Hallo,

                      man sollte sich mal überlegen, wie lange ein Organismus braucht, um sich umzustellen. Der heutige "moderne" Mensch hat sich genetisch kaum vom Steinzeitmenschen entfernt und das ist etwas länger her als 1000 Jahre, oder? Der Hund ist noch viel näher am Wolf dran. Er verpaart sich freiwillig mit ihm und zeugt wieder zeugungsfähige Nachkommen usw., was er mit Schakal & Co. nicht macht. Das ist Uralt-Wissen. Umso unglaublicher, dass die meisten Menschen heute glauben, er sei - als einzige Spezies der Welt? - nur mit industriell hergestelltem Futter oder genügend Kohlehydrate richtig zu ernähren.
                      Liebe Grüße
                      Jela mit Maxi, Fly, Emma, Lila und Martin

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                        #12
                        Original geschrieben von Guest
                        Hmmm, im Prinzip bin ich bei euch: Der Hund braucht Fleisch.

                        Durch Zufall habe ich eine kleine Rassebeschreibng des Chow-Chow gefunden (Jahrgang 1948).
                        Da steht darinn, dass der Chowie, als er nach Europa kam, überhaupt KEIN Fleisch gefressen hat. Kannte er angeblich nicht. Erst in der 3. Generation frass er Fleisch.

                        LG
                        Uli, Rusty+Smilla
                        Hi,
                        und warum nicht? Weil er gegessen wurde (Chow-Chow = lecker, lecker), und der Mensch (und auch die Beutefresser) halten sich an Weidetiere. Trotzdem ist er aber noch Hund geblieben und weggen der weggefallenen Gründe (jedenfalls in der westlichen Welt) darf er wieder hündisch speisen
                        Esprit

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                          #13
                          Original geschrieben von susanne_diego

                          das muss dann ja von den Züchtern vorher bewusst so gemacht worden sein, denn ein natürlicher Vorgang ist das doch nicht, oder?
                          @Susanne,

                          das war im Jahr 1790, als die Chowies nach GB kamen. Ich weiß auch nicht, warum die damaligen Chowies kein Fleisch fraßen.
                          Noch heute bekommt man zu lesen, dass der Fleischanteil im Futter bei dieser Rasse nicht sehr hoch sein soll.
                          Ich füttere max. 60-70% Fleisch -denn Rest Gemüse, Obst und Milchprodukte und er sieht einfach "Bärig" aus.

                          @esprit,

                          so steht es in den "heutigen" Rassebeschreibungen

                          " ...es spricht sehr viel dafür, das der Name „Chow-Chow“ nichts mit der Rasse zu tun hat. Die Engländer, die den Chow-Chow ca. 1790 von China nach Europa brachten, könnten dies auch mit dem chinesischen Wort Chao-Chao verwechselt haben, was so viel wie, alles sehen, wachsam, sehr klug, sehr geschickt, bedeutet..."

                          ...und so würde ich meinen "Bären" auch beurteilen

                          LG
                          Uli, Rusty+Smilla

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                            #14
                            Hallo Marc,

                            dazu fällt mir die Geschichte des wolfspitzes ein. Als Hund der armen Bevölkerungsschicht wurde er überwiegend mit Erdäppeln, also Kartoffeln gefüttert. Dabei ist die Rasse als besonders genügsam , gesund und langlebig bekannt.
                            Ich denke die Eßgewohnheiten der Hunde sind nicht mit denen der Wölfe vergleichbar (obwohl diese sich inzwischen in einigen Ländern auch schon an Müllkippen gütlich tun und trotzdem keine verkürzte Lebenserwartung haben!!)

                            Gruß von Susanne und ninja
                            (meine Hunde sind alle mit preiswerten Fertigfuttersorten ernährt worden und steinalt geworden.)

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                              #15
                              kartoffeln

                              tja

                              und trotzdem macht man idealerweise aus einem Karnivoren keinen Vegetarier, wenn man die Möglichkeit dazu hat,

                              und bei dem, was über die Praktiken der Herstellung (incl. Tierversuche) und die Inhaltsstoffe von preiswertem Industriefutter bekannt ist,

                              bräuchte ich persönlich eine Mordsportion Ignoranz, es trotzdem zu füttern

                              MfG
                              hanna
                              GHrüßchen
                              Hanna

                              Du warst als Hund der beste Mensch,
                              den man zum Freund haben konnte.

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