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Aggressives Verhalten

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    Aggressives Verhalten

    Hallo!

    Wir haben eigentlich eine Fage zum Verhalten unseres Hundes: Wir haben Friedi vor 3 Wochen aus Griechenland mitgebracht, (Er war ein Straßenhund und ist ca. 1 bis 1 1/2 Jahre alt!) nachdem er uns dort eine Woche davon überzeugt hat, wie lieb und treu er ist! Allerdings hat er auch auf Kreta schon teilweise "Ausraster" gehabt: Er zwickte Menschen ohne Vorwarnung in die Beine, verbiss sich in Hosenbeine, kläffte großen Autos hinterher und knurrte Menschen an. Man konnte allerdings keine Regelmäßigkeiten feststellen, so dass man vorbeugen konnte!

    Hier in Deutschland ist er viel ausgeglichener geworden und wir haben das Gefühl, dass er sich unheimlich wohl fühlt und froh ist, ein zu Hause und Herrchen und Frauchen zu haben, ABER sein altes Verhalten hat er natürlich nicht ganz abgelegt. Es gibt Tage, da ist er verschmust und wie ein Lamm und an anderen Tagen fängt er an , ohne Vorwarnung zu kläffen und Leute "anzufallen". Wir wissen dann nie, wie wir uns verhalten sollen!!!
    Bis jetzt haben wir immer direkt "geschimpft" und ihn ignoriert, also mit Liebesentzug bestraft. Nach einer Weile kommt er dann immer an und will Frieden stiften durch lecken und schmusen, darauf gehen wir dann auch ein! Danach ist wieder alles in Ordnung....bis zum nächsten Mal!
    Ein paarmal ist es auch vorgekommen - besonders am Anfang - dass er nach unseren Händen geschnappt hat, wenn wir ihm z.B. Ohrentropfen geben wollten oder an sein Futter gingen. Wir versuchen immer sein positives Verhalten mit Lob und Leckerchen zu stärken, aber wie wir im akuten Fall reagieren können, wissen wir nicht!
    Wenn er schnappt habe ich Friedi auch schon mal das Maul zugehalten, aber das scheint ihn nur noch wütender zu machen!
    Aber ehrlich gesagt, habe ich manchmal auch selber Angst, dass er mir weh tut und Gewalt kann doch auch keine Lösung sein....

    Was können wir nur tun? Friedi ist übrigens ein kleiner 7Kilo Mischling!

    Lieben Gruß Yvonne und Markus

    #2
    Hi Yvonne!

    Du hast recht: Gewalt ist NIE eine Lösung. Und wie du bei deinem Kleinen siehst, kann sie durchaus auch Gegengewalt erzeugen. Strafen ist weitaus komplizierter als positives Verstärken, weil der Hund immer richtig verknüpfen muss, und da kann sehr vieles falsch laufen beim Strafen. Passives Strafen wie den Raum verlassen ist sicher ok, aber da ist wieder das Problem, wie kriegst du das innerhalb von 2 Sekunden (das ist die maximale Zeit, die der Hund braucht, um noch richtig verknüpfen zu können) hin???
    Zum Anknurren beim Fressen würd ich sagen, gib ihm das Futter doch eine Zeit lang aus der Hand, damit ihm klarer wird, dass er da seine Futterquelle angiftet.
    Also ich würd sagen, hol dir kompetente Hilfe, aber schau dir unbedingt verschiedene Trainer/Therapeuten an, weil auch da gibt es Scharlatane. Schreib mal im Forum, wo du bist, vielleicht können dir dann Leute raten, an wen du dich wenden kannst.

    lg
    Susi

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      #3
      Hallo Yvonne,
      versuche doch einmal Bachblüten, evtl. Nr. 15, Holly. Bei unserem Hund gaben sie anscheinend geholfen ( s. beitrag Agressionen gegenüber Besuch).
      Jedenfalls ist sie, wnn Besuch kommt, viel ruhiger geworden.
      Viel Glück
      Regina und Pina

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        #4
        Hallo,
        ich würde in Deinem Fall nicht von Aggressionen, sondern von Situationsbezogener Angst sprechen, die den Hund dazu bringt sich so zu verhalten. Leider schwirrt immer noch das gespenst Dominanz in den Köpfen der Leute herum.
        Habt Ihr inzwichen vortschritte gemacht? oder hat sich das Problem sogar noch verschlechtert?
        Bitte melde Dich mal.
        Gruss Adrian

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          #5
          Re: Aggressives Verhalten

          Hallo Yvonne,

          solches Verhalten findet man oft bei Südländern, ich kenne es auch von den portugiesischen Streunern, von denen ich einige aufgenommen habe.

          Allerdings ist es nicht immer so extrem wie bei Euch, andererseits ist Euer Hund zum Glück nicht so groß.

          Nach meiner Erfahrung läuft die Eingewöhnung in Phasen ab ... zuerst sind die Hunde sehr ängstlich, weil sie bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht haben.

          Dann kommt die Phase, wo sie Vertrauen zu ihren neuen Besitzern entwickeln, aber sich noch gegen sie wehren, wenn man Ihnen zu nahe rückt (Stichwort Ohrentropfen, Pfoten untersuchen, Tierarztbesuche).

          Danach kommt die besitzergreifende Phase gegenüber ihrer Familie: MEIN Fressnapf, MEIN Spielzeug, ... manche beißen sogar in die Füße, wenn sie beim Essen unter dem Tisch liegen und versehentlich angestupst werden.

          Und dann schließlich die Verteidigungsphase gegenüber Fremden: MEIN Haus, MEIN Frauchen, MEINE Strasse. Und: "böse Männer" werden angegriffen, das sind solche, die Ähnlichkeit mit früheren Peinigern haben, z. B. Bärte tragen, bestimmte Mützen aufhaben o. Ä. Häufig auch Kinder (wenn der Hund früher mit Steinen beworfen oder geärgert wurde).

          Der ursprüngliche Charakter des Hundes spielt dabei gar nicht mal so eine große Rolle - die meisten Südländer, die ich kenne, haben diese Phasen durchlaufen.

          In der nächsten Antwort geht`s weiter ...
          Grüße von Christiane mit Skadi, Joaninha, Bruscha und Gato!

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            #6
            Was kann man tun?

            Als erstes würde ich alle Krankheiten abchecken, die er ggf. mitgebracht haben könnte: Leishmaniose, Ehrlichiose, Borreliose, Filarien. Einige davon können Verhaltensauffälligkeiten verursachen, die man zuerst gar nicht mit einer Krankheit in Verbindung bringt.

            Und ansonsten:
            Bis der Hund Euch voll vertraut, kann man erst mal nur abwarten und Schadensbegrenzung treiben.

            Das heißt, ihm z. B. ein Geschirr anziehen und ihn daran am Rücken einfach festhalten bzw. hochheben, wenn er unverhofft jemand "anfällt".
            Das geht z. B. mit dem "Camiro"-Geschirr von Gabi Meier:
            www.alles-fuer-dog-friends.de (Es hält sogar meine Rottis aus)

            Ich würde ihn dann woanders absetzen (raus aus der Reiz-Zone)und ganz ruhig warten, bis er sich beruhigt hat, dann ablenken, z. B. mit einer kleinen Aufgabe, und ihn anschließend belohnen.

            Schimpfen oder Strafen nützt da überhaupt nichts, weil er das nicht verstehen würde ... in seinem früheren Leben musste er sich täglich verteidigen, und das bekommst Du nicht so schnell aus ihm raus.

            Am besten geht das zuerst im häuslichen Bereich, weil da der Stress nicht so groß ist. Solange darf er draußen nur an der Leine in die Gesellschaft, so dass Du ihn ständig im Griff hast.

            Das Problem mit den Familienmitgliedern wird sich ziemlich schnell geben.

            Draußen ist es schwieriger - Du kannst versuchen, die Auslöser einzugrenzen, z. B. auf welchen Typ Leute er aggressiv reagiert, und dann langsam und von weitem solche Situationen simulieren und wie oben verfahren. Bei diesen Hunden geht es nur mit Ruhe und Ablenkung, alles andere führt zu Panik und Aggression (siehe Schnauze zuhalten).

            Wenn Du konsequent so vorgehst, wirst Du ihn mit Sicherheit in den Griff bekommen. Was dann übrigbleibt, ist sein eigener Charakter. Es gibt ja auch z. B. freche Terrier, Dackel oder ähnliche Hunde in seiner Größe, die Hosenbeine angehen (nichts gegen Dackel und Terrier ). Aber je mehr Vertrauen er gewinnt, um so souveräner wird er auch werden, und es gibt nichts dankbareres als einen Hund, den man aus einem schlechten Leben gerettet hat. Das vergisst er Euch nie!
            Grüße von Christiane mit Skadi, Joaninha, Bruscha und Gato!

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              #7
              Hallo Yvonne,

              ich habe seit 10 Jahren einen kleinen Mischling, den wir damals gefunden hatten. Sie war schwer misshandelt worden (Koerper war voller Striemen). Sie zeigte am Anfang das gleiche Verhalten.
              Sie hatte ohne Vorwarnung sich auf Fremde gestuerzt, insbesondere Kinder. Wenn man sie anleinen wollte, schmiss sie sich auf den Ruecken und pieselte vor Angst. Diese Angst hatte sie nach ca. 1 Jahr ueberwunden. Heute ist sie lieb und verschmust und wuerde einen Fremden nur noch zwicken, wenn man sich ihr unueberlegt zu schnell naehert. Du musst mit dem Hund halt sehr viel Geduld haben, bis er sein Erlebtes vergisst oder besser gesagt teilweise vergisst. Wenn ein Hund misshandelt wurde, legt er diese Angst nie ganz ab. Wir haben auf diese Beissattacken immer nur mit einem strengen "pfui" reagiert. Vielleicht hat es ihr aber auch geholfen, dass wir noch einen Hund hatten, der noch nie ein schlechtes Erlebnis hatte und ihr dadurch ein unbekuemmertes Wesen vorlebt. Vor allen Dingen zaehlt hier nur Geduld und viel Liebe.

              Barbara

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